Bernd Regenauer

Kabarett

Unter Freunden
Ein Fest in Zwei Akten
 

Plakat

Bitte hinterlassen Sie Ihren Freund so, wie Sie ihn selbst vorzufinden wünschen!

Regie: Jürg Schlachter
Text: Bernd Regenauer, Thomas Lienenlüke

Freundschaft. Jeder sehnt sich danach. Doch wer hat für so was noch Zeit? Die Freundschaftspflege übernehmen SMS-Kürzel wie „Hab grad a. d. ged. glG DS!“.
Die Terminplanung für ein Treffen wird an die Frauen delegiert. Weil die nicht miteinander können, passiert gar nix. Was bleibt, ist ein ständig schlechtes Gewissen, nichts und niemandem gerecht zu werden.
"Zeig mir deine Freunde und ich sag dir wer du bist". Aber wer will das schon wissen?
Längst haben sich eh Selbstdarsteller und Nicht-Zuhörer ins eigene Leben geschlichen, Freunde, die mal Freunde waren, sich jedoch inzwischen total verändert haben. Oder ist man selbst nicht mehr der, der man war?
Ab 40 wird man in Sachen Freundschaft speziell. Für Neues besteht keine Chance mehr. Man lässt immer weniger an sich ran, ist vorsichtig und flüchtet sich in Rituale – die funktionieren wenigstens.
Dabei kann Freundschaft durchaus was herrliches sein. Wenn die jeweiligen Lebenspartner nicht wären. Und die dazu gehörigen Kinder, mit denen man sich im Playmobil-Land wahlweise dem Suizid oder Amoklauf nähert.
Und wenn sich dann an einem runden Geburtstag alle vereinen, offenbart sich das Chaos in seiner ganzen Pracht…

Jürg Schlachter, Regie

Geboren 1957 in Schaffhausen (Schweiz), lebend in München
Schauspielakademie Zürich, Ausbildung zum Schauspieler, Engagements in München, Salzburg, Darmstadt u.a.m.
Regiearbeiten in München, Landesbühne Esslingen, in Aalen, Konstanz, Augsburg u.v.a.m.
Jürg Schlachter arbeitete u.a. mit Michael Ende, Konstantin Wecker und dem Fränkisch-Schwäbischen Städtetheater. Er inszenierte an den Theatern Augsburg, Ingolstadt und Erlangen, da z. B. die erfolgreichen fränkischen Produktionen "Ka Weiber, ka Gschrei", "Die Schuddgogerer" und „Die Fichtn im Weiher“ von Helmut Haberkamm).
2004 1. Preis Bayerische Theatertage für die Regie des Kinderstücks „Petterson Findus und der Hahn“.
2006 Regiearbeit für „Selten so gedacht“, von und mit Bernd Regenauer. Darüber hinaus Regie für einen Polt-Abend (Altstadttheater Ingolstadt), für das „Mozart-Projekt“ (Junges Theater Augsburg) u.v.a.m.

Thomas Lienenlüke, Autor

1988 – 94 Studium Germanistik, Geschichte, Philosophie, VWL in Köln – während dieser Zeit Gründung einer eigenen Theatergruppe und freie Arbeit als Schauspieler und Regisseur.
Thomas Lienenlücke war Redaktionsassistent bei der Rudi Carrell Show, er arbeitete u.v.a. mit Senta Berger, mit  Jürgen von der Lippe, Kai Böcking und Harald Schmidt zusammen.
Er war Chefautor und Coach von Sabine Christiansen und Joachim Fuchsberger für die Deutsche Filmpreisgala in Berlin und für Westermann/Alsmann bei der Grimmepreisverleihung 2002, er arbeitete als Autor für die Brisko Schneider Show, die Harald Schmidt Show, „Die Ingo Appelt Show“  und für den Essener Kabarettisten Ludger Stratmann, er ist Autor für „Die dreisten Drei“, für Stratmanns, Comedyfalle, Scheibenwischer, Die witzigsten Werbespots der Welt, Wer zuletzt lacht, Schimpf vor 12 und zahlreiche andere Fernsehformate.
Er ist Regisseur und Co Autor der „Bastian Sick Schau“ und „Happy Aua Show“, Autor und Regisseur für die „Größte Deutschstunde der Welt“, Autor des Theaterstücks „One Way Man“ (UA 2007 mit Ingolf Lück) und vieles anderes mehr…Man kann auch sagen: er hat gut zu tun…

Geschenke für liebe Freunde
Pressefoto
Am Geschenketisch

Presse

Ingolstadt (DK) Der Tisch biegt sich vor Paketen und Geschenkkörben und irgendwo lugt eine lorbeerumkränzte 50 hervor. Aha, im Hause Regenauer wird gefeiert, noch dazu was Rundes. Wie schön. – Schön? Von wegen. Der Cateringservice hat versagt und statt des Mottobuffets Nr. 16 "Sexy Emotions" aus Versehen die Nr. 34 "Seniorenglück Deluxe" geliefert. Und weil Bernd Regenauer, die tragische Figur in seinem eigenen Einpersonenstück mit dem Titel "Unter Freunden", ein waschechter Nürnberger ist, gibt es also statt einer "Schdribberin" pürrierten Kalbsbraten aus der Schnabeltasse.
"Unter Freunden", das klingt nach "Unter Geiern", und so ist es auch gemeint. Über 150 beste Freunde hat er eingeladen zu seinem großen Fest, darunter richtige Ekeltypen, aber auch nette Zeitgenossen, die allerdings wiederum den Nachteil haben, mit Ekeltypen verheiratet zu sein. Dazu ein paar "Gewohnheitsdabeiseier", nervtötende Gutmenschen, Schnorrer, betrunkene Laller, widerliche Angeber und jede Menge eigentlich unerwünschten Anhang.
Kein Wunder also, dass der Jubilar leidet, unter sinnlosen Geschenken, unter per Power Point präsentierten Filmchen aus seiner Jugend, unter infantilen Pärchenspielen, unter fürchterlichen Glückwunschgedichten und der Bestätigung all der Vorurteile, die er schon immer pflegte, wenn es um seine Freunde ging. "Man ist heutzutage bereits mit 30 hoffnungslos überfreundet", sagt er, und angesichts des Personals, das Regenauer in diesem Stück auf die Bühne der Fronte stellt, muss man ihm irgendwie Recht geben.
"Unter Freunden" steht in der Qualität der Machart und der Durchführung gleichberechtigt neben Regenauers "Nützel"-Trilogie, was nichts anderes heißt als: Es ist ein hervorragendes, ein Top-Programm. Mit einem Thema, in dem man sich verlieren könnte, das aber hier stringent auf den Punkt gebracht wird, mit einer Geschichte, die sich fortentwickelt, mit genau gezeichneten Charakteren, mit einer akribisch genau und höchst dynamisch arrangierten Pointenfolge und mit einem Hauptdarsteller, der – sähe er seine eigene Rolle nicht mit dem berühmten ironischen Augenzwinkern – einem Leid tun müsste, weil ihm so viel Skurriles aber eben auch Wahres widerfährt. Was das Publikum aus eigener Erfahrung als solches auch erkennt und deswegen herzlich belacht. Regenauer weiß, dass private Tragödien eben selten ihre Wirkung verfehlen, vor allem bei denen, die gerade nicht selber davon betroffen sind. Und genau mit dieser Haltung spielt er, und zwar meisterlich.
Von Karl Leitner
(“Donaukurier” - 5.4.2009)

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